Wie viele Lkw darf ein externer Verkehrsleiter betreuen?
Höchstens 50 Fahrzeuge in höchstens vier Unternehmen, zusammengerechnet (Art. 4 Abs. 2 Buchstabe c VO 1071/2009). Beide Grenzen gelten gleichzeitig: vier Unternehmen mit je 20 Lkw wären zu viel.
Die EU erlaubt den Staaten, diese Zahlen zu senken. Im Güterkraftverkehrsgesetz und in der Berufszugangsverordnung haben wir keine niedrigere Grenze gefunden.
Für einen Verkehrsleiter, der im eigenen Unternehmen angestellt ist, nennt die Verordnung keine solche Grenze. Die Staaten können aber festlegen, dass er daneben nicht oder nur für weniger Unternehmen extern tätig sein darf (Art. 4 Abs. 3).
Quelle: Art. 4 Abs. 2 und 3 VO (EG) 1071/2009
Wie kann ich externer Verkehrsleiter werden?
Mit derselben Fachkundeprüfung wie jeder Verkehrsleiter. Du musst zuverlässig und fachlich geeignet sein und deinen ständigen Aufenthalt in der EU haben (Art. 4 Abs. 2 Buchstabe a VO 1071/2009).
Dazu brauchst du mit jedem Unternehmen einen Vertrag, der deine Aufgaben und deine Verantwortung als Verkehrsleiter genau regelt (Art. 4 Abs. 2 Buchstabe b). Du arbeitest ausschließlich im Interesse dieses Unternehmens und unabhängig von den Firmen, für die es fährt (Buchstabe d).
Ob du das angestellt in Teilzeit oder selbstständig auf Rechnung machst, regelt die Verordnung nicht. Kläre das mit deinem Steuerberater, bevor du den ersten Vertrag unterschreibst.
Quelle: Art. 4 Abs. 2 VO (EG) 1071/2009
Gibt es ein Muster für den Vertrag mit einem externen Verkehrsleiter, und was muss drinstehen?
Die Aufgaben, die er tatsächlich und dauerhaft übernimmt, und seine Verantwortlichkeiten als Verkehrsleiter, und zwar genau (Art. 4 Abs. 2 Buchstabe b VO 1071/2009). Ein Vertrag, mit dem jemand nur seinen Namen leiht, erfüllt das nicht.
Die Verordnung nennt, was insbesondere geregelt sein muss: das Instandhaltungsmanagement der Fahrzeuge, die Prüfung der Beförderungsverträge und Dokumente, die grundlegende Rechnungsführung, die Zuweisung von Ladung und Fahrten an Fahrer und Fahrzeuge sowie die Prüfung der Sicherheitsverfahren.
Mit dem Antrag auf die Lizenz weist das Unternehmen nach, dass diese Voraussetzungen erfüllt sind (§ 10 Abs. 2 Nr. 2 Buchstabe e GBZugV). Ein amtliches Vertragsmuster gibt es nicht. Nimm die Liste aus der Verordnung als Gliederung.
Quelle: Art. 4 Abs. 2 VO (EG) 1071/2009 · § 10 Abs. 2 GBZugV
Was kostet ein externer Verkehrsleiter?
Einen festen Preis gibt es nicht, die Vergütung wird frei vereinbart. Weder die EU-Verordnung noch das Güterkraftverkehrsgesetz oder die Berufszugangsverordnung enthalten eine Gebühren- oder Honorarordnung dafür.
Rechne damit, dass der Preis mit der Zahl der Fahrzeuge steigt. Der externe Verkehrsleiter muss die Aufgaben aus seinem Vertrag tatsächlich erledigen (Art. 4 Abs. 2 Buchstabe b VO 1071/2009), und bei 50 Fahrzeugen in vier Unternehmen ist für ihn Schluss (Buchstabe c).
Quelle: Art. 4 Abs. 2 VO (EG) 1071/2009
Was ist ein externer Verkehrsleiter, und was macht er?
Ein externer Verkehrsleiter leitet die Verkehrstätigkeit eines Transportunternehmens, ohne dort angestellt oder beteiligt zu sein. Das Unternehmen beauftragt ihn per Vertrag, wenn niemand im Betrieb die fachliche Eignung hat (Art. 4 Abs. 2 VO 1071/2009).
Er macht dasselbe wie ein angestellter Verkehrsleiter: Instandhaltung der Fahrzeuge, Prüfung der Beförderungsverträge und Dokumente, grundlegende Rechnungsführung, Zuweisung von Ladung und Fahrten und Prüfung der Sicherheitsverfahren. Diese Aufgaben müssen im Vertrag genau stehen (Art. 4 Abs. 2 Buchstabe b).
Er darf höchstens vier Unternehmen mit zusammen höchstens 50 Fahrzeugen leiten und arbeitet nur im Interesse des jeweiligen Unternehmens (Art. 4 Abs. 2 Buchstabe c und d).
Quelle: Art. 4 Abs. 2 VO (EG) 1071/2009
Gesetze und Verordnungen ändern sich. Welche Stelle in deinem Bundesland zuständig ist und was sie im Einzelnen verlangt, erfährst du dort.
Passt dazu
Wer als externer Verkehrsleiter mehrere Firmen betreut, braucht den Stoff sicher, vor allem Kalkulation und Sozialvorschriften. Die Übungsfragen zeigen dir, wo du stehst.